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ICG
09.09.2014
11:18

Die europäischen Gesundheitssysteme haben sich verkühlt. Bei dem trüben Sommerwetter heuer ist das ja nicht weiter verwunderlich. Doch die Erreger, u. a.  das vermehrte Auftreten von Zivilisationskrankheiten, der Mangel an medizinischem Fachpersonal, oder die immer älter werdende Bevölkerung, liegen schon länger in der Luft. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Entwicklungen etwas entgegenzusetzten. Das Rezept wird sein, das bestehende System zu stabilisieren – vor allem in Bezug auf die Finanzierungssituation. 

Experten gehen davon aus, dass sogar bei den effizienteren Gesundheitssystemen in Europa, medizinische Leistungen ohne Qualitätseinbußen um 20 Prozent günstiger erbracht werden könnten. Wirklich große Budgetentlastungen werden aber erst dann möglich, wenn das Leistungsspektrum insgesamt verändert wird. Deshalb arbeiten viele Länder an der Weiterentwicklung ihres Gesundheitssystems. Wir haben uns die aktuellen Reformen in drei der Länder näher angeschaut, in denen die ICG vertreten ist.

Österreich

Seit einem Jahr wird in Österreich an der Gesundheitsreform gearbeitet. Im Bundes-Zielsteuerungsvertrag wurden ambitionierte Ziele vereinbart, die in Pilotprojekten auf Landesebene teilweise schon umgesetzt werden (z. B. telefon- und webbasiertes Gesundheitsservice in drei Bundesländern, Konzept für Primary Health Care). Ein Scorecard-basiertes Ziel- und Controllingsystem und ein professionelles Programm-Management wurden eingeführt, um die Reform effizienter zu gestalten. Es scheint, dass alle Leistungsfinanzierer erstmals bei allen zentralen Themen an einem Strang ziehen. Erste Berichte zeigen, dass ein Teil der Ziele auch schon erreicht wurde.

Rumänien

Ähnlich wie in anderen EU Ländern wurde das rumänische Gesundheitssystem während der letzten zwei Jahrzehnte kontinuierlich reformiert. Aktuell wird vor allem daran gearbeitet Papierdokumente abzuschaffen und auf ein elektronisches System umzustellen. KPIs werden angepasst und der generelle Informations- und Kommunikationsfluss wird neu gestaltet, um die Einführung von modernen IT- und Kommunikationssystemen zu unterstützten. Strukturen, die schon während der kommunistischen Herrschaft eingeführt wurden, jetzt an die Bedürfnisse einer freien Marktwirtschaft anzupassen, erweist sich dabei als besonders herausfordernd.

Finnland

Die finnische Regierung versucht seit einiger Zeit mit kürzeren bzw. „schlankeren“ medizinischen Prozessen der Kostenexplosion entgegenzuwirken. Behandlungszeiten wurden verkürzt und es wird vermehrt auf IT- und Netzwerklösungen gesetzt. So wurden beispielsweise medizinische Call Center eingerichtet, Blutzuckerspiegel werden elektronisch übermittelt und auch Rezepte werden per E-Mail verschickt. Ein Punkt für die hohen Kosten des finnischen Gesundheitssystems ist auch die sehr zerstückelte Organisationsstruktur. Viele Städte und Gemeinden verwalten und finanzieren die Gesundheitseinrichtungen dezentral. Vor kurzem wurde aber beschlossen, die Verwaltung in fünf Verantwortungsbereichen zu zentralisieren. Diese Verantwortungsbereiche betreffen, neben dem Gesundheitsbereich, auch das Sozialwesen. Dadurch soll die medizinische Versorgung effektiver, kostengünstiger, in einer besseren Qualität und ausgewogener für die Bevölkerung werden. Diese Veränderungen bedeuten die größte Reform im finnischen Gesundheitsbereich in den letzten 30 Jahren.

Diese Beispiele zeigen, dass auch hochentwickelte Gesundheitssysteme in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einem permanenten Wandel unterliegen werden, damit die Gesundheit für die gesamte Bevölkerung finanzierbar bleibt.

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