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Susanna Frech
30.07.2015
10:27

Bei all den Entscheidungen, die Führungskräfte treffen müssen, den ungelösten Konflikten und voll gepackten Terminkalendern schleicht sich ab und zu das ungute Gefühl des „Alleinseins“ ein. Es ist eine Art Ohnmacht bei der ein äußerst wirkungsvolles „Riechsalz“ helfen kann: Peer Coaching.

Darf ich Sie dazu einladen, sich in die folgende Situation hineinzudenken?

Montagmorgen im Büro: hier sitze ich nun wieder in meiner Führungsverantwortung und habe eine durchgetaktete Arbeitswoche, gefüllt mit Besprechungen sowie Konflikten, vor mir. Hinzu kommen Ad-hoc-Situationen, die den Tagesplan über den Haufen werfen und zahlreiche Entscheidungen, die es zu treffen gilt. Und plötzlich überkommt mich so ein schleichendes Gefühl des „Alleingelassen werdens“. Aber da ich eine Führungsfunktion inne habe, also berufen bin, alles zu wissen und Dinge zu tun und zu verantworten, kann ich doch nicht zugeben, dass ich diese „Machtposition“ nicht perfekt ausführe.

Nun meine Frage an Sie: Kommt Ihnen dieses Szenario irgendwie bekannt vor? Haben Sie auch manchmal dieses Gefühl der Ohnmacht? The good news is: Sie sind nicht alleine! In unseren Coaching-Gesprächen, Führungsklausuren und Trainings kommt dieses Thema immer wieder auf und es wird nach Ansätzen gesucht, die bei dieser Ohnmacht Abhilfe schaffen. Ein mögliches und gut erprobtes Rezept ist Peer Coaching.

 

Konkret, spezifisch und aktuell

Unter Peer Coaching verstehen wir eine Form der Unterstützung unter KollegInnen im Führungsalltag. Die Erfahrung und das Wissen anderer Führungskräfte, der Peers, kann zur Bearbeitung der Angelegenheit beitragen. Das Peer Coaching ist eine Holschuld: konkret, spezifisch und aktuell.

Der vielleicht wichtigste Schritt dabei ist die mentale Einstellung zum Peer Coaching: Es bedarf beim Anliegenbringer einer Haltung des "ich vertraue auf die Erfahrung anderer, traue mich ohne Gesichtsverlust zu fragen und kann Ratschläge wertschätzend annehmen". In einer Führungskultur, in der Fragen als ressourcenorientiertes Tool gang und gäbe sind, kann Peer Coaching infolge wirklich gelebt werden.

 

Hilfreiche Führungsinstrumente

Feed Forward ist ein einfaches Tool, das jederzeit schnell angewendet werden kann. Die Besonderheit der Methodik ist, dass man nacheinander einige Personen mittels einer kurzen Frage um Ideen bittet (z. B. Bitte gib mir einen Tipp, wie ich diesen Konflikt lösen kann!). Man strebt keine Diskussion an, sondern konzentriert sich rein auf das Zuhören.

Ein empfehlenswertes Tool aus der Systemischen Beratung ist das Tetralemma, das hilft, wenn man vor einem Entweder-oder steht. Es zeigt mehrere Optionen auf, indem Peers Ideen nicht nur zu dem einen oder dem anderen Lösungsansatz geben, sondern auch zu „etwas von beidem“ und „keines von beidem“. Durch die unvoreingenommene und kreative Ideenfindung ergeben sich meist neue Blickwinkel auf eine Herausforderung.

 

Weitere strukturierte Ansätze

Kollegiale Beratung, auch kollegiale Fallbearbeitung genannt, ist eine Kleingruppen-Intervention, die es dem Anliegenbringer ermöglicht, über gebildete Hypothesen seiner Peers zu reflektieren und aus einem Schatz an darauf aufbauenden Empfehlungen zu schöpfen. In einer knappen Stunde können somit Ansätze und Perspektiven anderer (max. zwölf Personen) in die eigene Lösungsfindung eingebettet werden.

Eine weitere Methode ist das von ICG und Innotiimi entwickelte und viel verwendete OPERA, bei der in fünf strukturierten Schritten die Meinungen und Expertise aller Personen eingeholt werden. Bei OPERA wird eine systematische Arbeitsweise mit einem kreativen Lösungsprozess kombiniert. Zusammen liefern diese ein gemeinsam erarbeitetes Bild durch sichtbare Ergebnisse, die auf dem Wissen und den Erfahrungen der einzelnen Teilnehmenden aufbauen. Auch für OPERA sollten sich alle eine gute Stunde Zeit nehmen. Aber ist es nicht unheimlich effizient, wenn Sie bei 8–10 TeilnehmerInnen die Expertise eines Tages in einer Stunde abrufen können und gestärkt durch die Meinung anderer den nächsten Schritt in Ihrer Entscheidungsfindung setzen können?

Sowohl für die kollegiale Beratung als auch für OPERA empfiehlt sich ein Moderator, der den Prozess und den Ablauf begleitet. Dies bedarf keiner Ausbildung, sondern nur einer gewissen Übung und Sicherheit in Moderationsfertigkeit.

Auf den Punkt gebracht: Peer Coaching …

  • vernetzt KollegInnen aus verschiedenen Bereichen,
  • öffnet neue Türen,
  • fördert Unternehmenskommunikation,
  • kann ohne viel Aufwand und Schulung angewendet und gelebt werden,
  • bringt unterschiedliche Erfahrungen und Expertisen zusammen,
  • gestaltet Führungskultur.

 

 

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