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Change Management

Consulting is our passion.


Guenter Kradischnig
17.02.2016
10:53
© www.fotolia.de

 „Aufbruch!“ betitelt die Kleine Zeitung eine Sonderbeilage zu ihrer Ausgabe vom 13. Februar 2016. Auf nicht weniger als 24 Seiten schreiben sich 66 Persönlichkeiten ihren Unmut über den politischen Stillstand in Österreich von der Seele. Schlechter werdende Wirtschaftsdaten, Trägheit, Angst, Streit und Visionslosigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch die Analysen. Die Forderungen sind so unterschiedlich wie der Hintergrund der 66 Autoren. An Ideen mangelt es also nicht, wie es scheint. Und das alles in einem Land, das – wenn man den Medien glauben kann – von einer Reform in die andere stolpert: Pensionsreform, Sozialreform, Gesundheitsreform, Staatsreform usw… und trotzdem herrscht Stillstand.

In der Privatwirtschaft jedoch, zeigen österreichische Unternehmen in vielen Bereichen, dass sie international außerordentlich erfolgreich sind. Das wäre ohne permanenten Wandel und Anpassung an geänderte Umweltbedingungen – also Reformen – nicht möglich. Warum also nicht die Theorien des Change Managements aufgreifen, um dem gesamtstaatlichen Reformstau zu begegnen?

Die folgenden drei Antworten aus unserem Buch „Abenteuer Change Management“ können dabei hilfreich sein:

Eine gemeinsame Wirklichkeit schaffen

Schon Ed Schein zeigt, dass Unzufriedenheit mit der Ausgangssituation und positive Zukunftsvisionen notwendig für Veränderung sind. Das bedeutet zuerst einmal, der Realität ins Auge zu blicken und Transparenz herzustellen.
In Österreich sind jedoch nationale und internationale Vergleiche nicht sehr beliebt. Deshalb werden Vergleichsergebnisse gerne im Detail in Frage gestellt, um von großen Abweichungen abzulenken.
Denn im internationalen Kontext zeigt sich, dass der öffentliche Bereich in Österreich durchwegs gute Qualität produziert, allerdings mit einem überproportional hohen Mitteleinsatz und einer unterdurchschnittlichen Wirksamkeit. Wir haben also in vielen Bereichen, insbesondere auch bei den großen Ausgabenbereichen wie Gesundheit, Bildung, Soziales und Förderungen, ein Effizienz- und Wirkungsproblem.

An den richtigen Stellen anpacken

Viele Führungskräfte und Mitarbeiter aus der Öffentlichen Verwaltung klagen über wiederholte Kürzungsprogramme nach der Rasenmähermethode. Gleichzeitige Personalaufnahmestopps führen zusätzlich zum Ausdünnen von Expertise, in die eigentlich investiert werden müsste. So entsteht eine sich nach unten drehende Effizienzspirale. Ein Mehr an Aufgaben und weniger Budget sowie qualifiziertes Personal bringen anfänglich zwar Effizienzverbesserungen, sind aber langfristig als Reformzugang nicht ausreichend. Im Gegenteil: Bei einem zu heftigem Drehen an der Effizienzspirale kommt es früher oder später zu Überlastungen der Mitarbeiter und zwangsweise auch zu Qualitätsproblemen. Echte Aufgabenbereinigung, die sich auf Wirkungskriterien stützt, ist unbequem, aber unvermeidlich.

Eine kraftvolle Vision entwickeln

Auch bei einem uns Österreichern eigenen Maß an Realitätsverweigerung, wächst der wahrgenommene Leidensdruck. Aber wo sind die positiven Zukunftsvisionen? Welcher Politiker wird als Visionär sichtbar und nicht als reagierender Trouble-Shooter? Wer zeichnet ein Bild von einer besseren Zukunft, von einem anzustrebenden Sollzustand? Gehen uns vor lauter Problemen die visionären Vordenker verloren?
Zumindest hier sind wir auch als Staatsbürger gefragt. Wahlentscheidungen wie die Stimmenverluste der Reformpartnerschaft in der Steiermark sind für das mutige Angehen von Reformen kontraproduktiv. Hier kann und muss jeder beitragen: nämlich das Wahlrecht wahrnehmen und diejenigen honorieren, die Reformen mutig angehen und an der Zukunft arbeiten.

 

 

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